Herzrhythmusstörungen: Uniklinik RWTH Aachen eröffnet zweites EPU-Labor

Die Uniklinik RWTH Aachen hat Ende Januar ein zweites, hochmodernes elektrophysiologisches Untersuchungslabor (EPU-Labor) zur Behandlung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen in Betrieb genommen. Ab sofort können Herzspezialisten der Sektion Rhythmologie Rhythmuseingriffe parallel in zwei Räumen durchführen. Beide Labore gehören zu den bestausgestatteten in Deutschland.

Im hochtechnisierten EPU-Labor behandeln speziell ausgebildete Kardiologen, sogenannte Elektrophysiologen, Herzrhythmusstörungen mittels minimal-invasiver Kathetertechnologie. Univ.-Prof. Dr. med. Michael Gramlich (links im Bild), Leiter der Sektion Rhythmologie der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik I) an der Uniklinik RWTH Aachen, erklärt: „Die Zahlen belegen, dass es zunehmend Patienten mit Herzrhythmusstörungen gibt, die wir natürlich schnellstmöglich einer optimalen Diagnose und Behandlung zuführen möchten. Dank des zweiten EPU-Labors ist das nun möglich.“ Bislang hat das Team jährlich 500 Patienten behandelt, die Zahl dürfte künftig deutlich ansteigen.

Bei der Untersuchung führen die Herzspezialisten den Elektrodenkatheter in örtlicher Betäubung über die Leistenvene zum Herzen und platzieren ihn an verschiedenen Stellen. Mit Messungen im Herzen selbst und durch elektrische Stimulation lassen sich die Rhythmusstörungen genau lokalisieren und über eine Verödung beseitigen. Darüber hinaus bietet die EPU die Möglichkeit, Herzrhythmusstörungen zu provozieren, um dann im Herzen deren Entstehungsmechanismus zu untersuchen.

Hochtechnisierter Standard

Die Umbauzeit für das neue EPU-Labor hat circa zehn Monate in Anspruch genommen. Technisch ist es auf dem neuesten Stand: Es verfügt über zwei verschiedene 3D-Mapping Systeme. Hierbei wird während des Eingriffs ein Computermodell des Herzens erstellt, das die Lage der Katheter in Echtzeit darstellt und die Möglichkeit bietet, eine elektrische Landkarte des Herzens zu erstellen. „Das verringert die Strahlendosis für den Patienten enorm. Außerdem können wir den Ursprungsort der Herzrhythmusstörung genau identifizieren. Um die Sicherheit und Effektivität der Ablation zu optimieren, verwenden wir modernste Ablationskatheter mit Kraftsensoren, die eine anpresskraft-gesteuerte Ablation erlauben“, führt Prof. Gramlich aus.

Jahrelange Expertise

Prof. Gramlich, international renommierter Experte auf seinem Gebiet, verfügt über die Zusatzqualifikation „Spezielle Rhythmologie/invasive Elektrophysiologie“. Seit September 2018 leitet er die Sektion Rhythmologie an der Uniklinik RWTH Aachen und hat seitdem Vieles erreicht, wie Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx betont: „Professor Gramlich ist zu uns gekommen, um die Tradition und Schwerpunkte der Abteilung fortzuführen und auszubauen. Das ist mit der Einrichtung eines zweiten EPU-Labors mehr als gelungen. Das freut mich für ihn und sein Team, vor allem aber für unsere Patientinnen und Patienten.“

Herzrhythmussprechstunde

Das Team um Prof. Gramlich bietet eine spezielle Rhythmussprechstunde an. Dort können sich Betroffene beraten lassen, ob eine interventionelle Therapie für sie infrage kommt. Die Terminvereinbarung erfolgt über die Telefonnummer 0241 80-38300 oder per E-Mail an rhythmologieukaachende.