Der lügt doch! Fake News erkennen

Fake News über das Coronavirus verbreiten sich derzeit scheinbar genauso schnell wie der Erreger selbst. Warnungen vor Medikamenten, Geschäftsschließungen bei Aldi? Über soziale Medien und in privaten Chatgruppen werden Gerüchte befeuert – teils aus Ahnungslosigkeit, oft aus Bosheit. Doch wie kann ich mich dieser Flut widersetzen? Ein paar Tipps gegen die Corona-Angst im Netz.

1. Durchatmen
Sie erhalten Social-Media-Nachrichten, die Ihnen Angst machen? Unser Rat: Erst einmal durchatmen. Wiederstehen Sie dem Affekt, direkt auf „Teilen“, „Weiterleiten“ oder „Retweet“ zu drücken. Ihre Freundinnen und Freunde vertrauen Ihnen schließlich. Also sollten auch Ihre Nachrichten vertrauenswürdig sein.

2. Doppelchecken
In jeder Krise gibt es Betrüger, die bewusst Falschinformationen verbreiten. Manche schrecken nicht einmal davor zurück, Fotos oder Nachrichtenseiten zu fälschen. Unser Tipp: Jede Social-Media-News mit zwei verlässlichen Quellen überprüfen.

3. Quellen prüfen
Gerade in Sachen Corona sollten Sie sich an offizielle Stellen und seriöse Medien halten. Dazu gehören die Kanäle der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de) oder die Website des Robert Koch-Instituts (www.rki.de). Gleiches gilt für Tageszeitungen, die nach den anerkannten Standards des Deutschen Pressekodex arbeiten. Achten Sie bei Twitter und Instagram auf verifizierte Accounts, die Sie an dem blauen Häkchen erkennen.

4. Skeptisch sein
Machen Sie sich bewusst, dass die aktuelle Nachrichtenlage Betrüger anzieht. Wer kritisch liest und hinterfragt, ist besser vor Halb- und Unwahrheiten aus dem Netz geschützt.

5. Kettenbriefe meiden
Kettenbriefe verbreiten oft fragwürdige und ungeprüfte Behauptungen. Vor allem über WhatsApp und ähnliche Dienste werden sie als Massenbotschaften nach dem Schneeballprinzip verbreitet und können so maximale Unruhe auslösen. Das EU-Programm Klicksafe (www.klicksafe.de) gibt hilfreiche Tipps zum Umgang mit diesen Kettenbriefen.

6. Personen schutzen
Leiten Sie keine Fotos oder Filme weiter, die Menschen zeigen, die sich angeblich mit dem Coronavirus infiziert haben. Und nennen Sie erst recht keine Namen. Das kann nämlich dazu führen, dass solche Personen und ihre Familien, eventuell sogar langfristig, übers Netz attackiert werden.

7. Vor Ort informieren
Informieren Sie sich am besten vor Ort, bei Ihrer Gemeinde oder Stadt, deren Behörden, wie etwa dem Gesundheitsamt oder auf den entsprechenden Websites. Dort hilft man Ihnen bei allen Fragen zur aktuellen Lage. Viele Kommunen bieten zusätzliche Telefon-Hotlines an.

8. Vorsicht bei Heilmitteln
Wir alle wissen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an Medikamenten gegen das Virus, aber es gibt sie bislang noch nicht. Dennoch werden im Netz zahlreiche dubiose Heilmittel gegen das Coronavirus angeboten. Wer falsche Heilmittel anbietet, macht sich wegen Betrugs strafbar und spielt mit den Ängsten der Bevölkerung.

9. Keine Schuldigen suchen
Seit dem Ausbruch des Virus in China sind auch bei uns in Deutschland Menschen, die aus dem asiatischen Raum stammen und hier leben, beschimpft und angegriffen worden. Das ist rassistisch und entbehrt außerdem jeder Grundlage. Verbreiten Sie Schuldzuweisungen im Netz nicht weiter, selbst dann nicht, wenn sie diese kritisch oder ironisch kommentieren. Jeder Retweet, jedes Zitat gibt diffamierenden Inhalten eine Bühne.

10. Ruhe verbreiten
Nicht jeder, der Falschmeldungen verbreitet, tut das in böser Absicht. Viele sind einfach nur in Sorge und wollen Freunde und Bekannte warnen. Die größte Hilfe ist es aber, wenn man keine Ängste schürt und selber dazu beiträgt, dass sich keine Panik verbreitet. Unsere Bitte: Fördern Sie Ruhe in den sozialen Netzwerken.

 

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